Archiv für die Kategorie: DMB

Der taiwanische Handy-Hersteller E-Ten stellt auf dem Mobile World Congress (ex 3GSM) in Barcelona ein Fernseh-Handy vor, dass nicht nur Bilder im von der EU favorisierten Format DVB-H empfangen kann, sondern auch den in Deutschland erfolglosen T-DMB-Standard und das verbreitete DVB-T unterstützt. Zur Anzeige kommen die Bilder auf einem VGA-Display. Das Glofiish V900 soll zudem Radio-Sendungen im Format DAB empfangen.

Laut Hersteller wird das Windows-Mobile-Smartphone einen integrierten GPS-Empfänger enthalten, schnelle Downloads via HSDPA und Verbindungen über WLAN-Hotspots. Das Telefon soll in der zweiten Jahreshälfte und damit rechtzeitig zu den Olympischen Spielen in Peking auf den Markt kommen. Ob und wann das Telefon allerdings in Deutschland erhältlich sein wird, ist derzeit ebensowenig bekannt wie der Preis.

Auf dem Stand 2A126 in Halle 2 will E-Ten noch ein weiteres neues Handy präsentieren, das Modell Glofiish M810. Dieses richtet sich mit seiner QWERTZ-Tastatur an Anwender, die auf mobile Kommunikation per E-Mail setzen oder ein eigenes Weblog beschicken wollen. Die angekündigte Ausstattung ähnelt – abgesehen vom fehlenden TV-Support – der des V900.

Die Regierungen der EU-Staaten bremsen Pläne der Europäischen Kommission, einen gemeinsamen Standard für das Handy-TV festzulegen. Bei einem Treffen in Brüssel werden die zuständigen Minister die Behörde voraussichtlich auffordern, DVB-H nicht als verpflichtenden Standard zu etablieren. [mehr]

Die zum Telekom-Konzern gehörende T-Systems Media&Broadcast GmbH (TSMB) wird die für den technischen Sendebetrieb für Handy-TV über DVB-H benötigten Frequenzen erhalten. Das hat die Präsidentenkammer der Bundesnetzagentur laut einer Mitteilung der Bonner Regulierungsbehörde entschieden. “Die Vergabe der DVB-H-Frequenzen ist ein weiterer entscheidender Schritt für das mobile Fernsehen in Deutschland”, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, am heutigen Montag in Bonn.
Die für den Frequenzbetrieb eingegangenen Bewerbungen seien auf die vom Regulierer festgelegten Bewertungskriterien geprüft worden. Die Telekom-Tochter sei danach am besten geeignet, die gesetzlichen und technischen Vorgaben der Ausschreibungsbedingungen zu erfüllen, heißt es weiter. Ohne Erfolg blieb damit eine gemeinsame Bewerbung der Medienkonzerne Burda und Holtzbrinck sowie der MFD, die bereits Handy-TV auf Basis von DMB anbietet. [mehr]

Das Bundeskartellamt hat am heutigen Freitag bekannt gegeben, dass die kartellrechtliche Prüfung des Vorhabens der drei Mobilfunknetzbetreiber T-Mobile, Vodafone und O2, ein Gemeinschaftsunternehmen zum Aufbau und Betrieb einer Plattform für mobile Fernsehübertragung nach dem DVB-H-Standard zu gründen, unter der Bedingung beendet wird, dass sich die beteiligten Unternehmen an mehrere selbst gemachte Zusagen halten.

Dazu gehört unter anderem, dass weder eine (Zwangs-)Koppelung von DVB-H-Angeboten mit anderen Fernseh-/Videoangeboten über Mobilfunk noch eine Kopplung von DVB-H mit Laufzeit- oder Pre-Paid-Verträgen stattfinden darf. Der DVB-H-Empfang muss auch auf anderen Endgeräten als Mobiltelefonen möglich sein. Auch sollen Kunden der Plattform Programme und Programmpakete frei wählen können. Die DVB-H-Endgeräte müssen zudem Empfänger für andere Mobil-TV-Standards wie DMB enthalten dürfen.

T-Mobile, Vodafone und O2 wollen ab Frühjahr kommenden Jahres mindestens 16 Programme mit dem DVB-H-Standard über das Handy empfangbar machen. Das Konsortium konkurriert dabei mit einer Allianz aus MFD Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH und Neva Media, die von Medienunternehmen kontrolliert wird. An Neva Media sind die Verlagshäuser Hubert Burda Media und Holtzbrinck beteiligt.

Im August hatte das Bundeskartellamt die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens der drei marktbeherrschenden Mobilfunkunternehmen bereits grundsätzlich erlaubt, wegen der drohenden Wettbewerbsbeschränkungen auf dem neu entstehenden Markt für mobilen TV-Empfang aber auf Verpflichtungszusagen der Konzerne bestanden. Die jetzt angebotenen Zusagen seien nach derzeitiger Einschätzung geeignet, die bestehenden Wettbewerbsbedenken auszuräumen, heißt es beim Kartellamt.

Erstmalig war eine Jacke für den mobilen Fernsehempfang per DMB auf der IFA 2007 zu bestaunen: Am Ärmel der Badira-Jacke befindet sich eine wasserdichte Tasche, in die ein TV-Empfänger von iRiver passt. Die Kopfhörerkabel sind in den Stoff eingearbeitet und verlaufen von der TV-Tasche zum Kragen. Jacke und TV-Tuner nebst Display will Bayern Digital Radio für etwa 400 Euro anbieten.

Unter dem Namen “porTiVity” http://www.portivity.org läuft ein internationales Forschungsprojekt, in dessen Rahmen ein Managementsystem für Handy TV-Inhalte entwickelt wird. “porTiVity ist ein weit übergreifendes Projekt, um eine komplette end-to-end-Plattform für interaktives, mobiles Fernsehen zu entwickeln”, erklärt Sascha Zmudzinski, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologien (SIT) http://sit.fraunhofer.de , im Gespräch mit pressetext. Neben den interaktiven Komponenten setzten die Forscher auch einen starken Fokus auf das Thema Sicherheit durch digitale Video-Wasserzeichen. Diese wurden von den Forschern des SIT entwickelt. Dadurch sollen die Inhalte dauerhaft geschützt, die Bearbeitung des Contents jedoch weiterhin möglich sein. [mehr]

Das Fernsehen per Mobiltelefon soll endlich in Fahrt kommen. Eine Vorgabe der EU gibt den künftigen Standard vor. Damit ist für Handy-Hersteller und Programmanbieter der Weg frei. Sie können passende Endgeräte und Inhalte entwickeln. Ab 2008 soll’s losgehen. Einen Vorgeschmack bietet die Ifa. [mehr]

Pünktlich zur Internationalen Funkausstellung in Berlin startet der Handy-TV-Anbieter Mobiles Fernsehen Deutschland (MFD) den Nachrichtenservice Journaline. Der Informationsdienst für den digitalen Rundfunk soll aktuelle Textinformationen bieten, die sich zum Beispiel von Handys einfach über eine Menüstruktur abrufen lassen. Journaline wurde vom Fraunhofer Institut in Zusammenarbeit mit Autoherstellern als mobiler Nachrichtendienst entwickelt.
Videotext des mobilen Fernsehen

MFD startet zur IFA in Berlin am 31. August die Ausstrahlung der Inhalte im Journaline-Format. Dazu nutzt das Unternehmen sein bereits in 16 Ballungsgebieten ausgebautes DMB-Sendenetz für mobiles Fernsehen. Ziel ist es, den Nachrichtenservice zukünftig in Mobile-TV- und Digital Radio DAB-Empfangsgeräten verfügbar zu machen. Damit wird Journaline zum “Videotext” für das mobile Fernsehen.

Quelle: MFD

Ein Beitrag von Rudolf Opitz:

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sollte Fernsehen auf dem Handy der große Renner werden. Zwei inkompatible Mobil-TV-Systeme konkurrierten miteinander: der DVB-T-Ableger DVB-H (Digital Video Broadcast - Handheld) und der in Korea sehr erfolgreiche DMB-Standard (Digital Multimedia Broadcasting), der auf dem Digital-Radio DAB aufsetzt. Der Mobil-TV-Provider Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH (MFD) erwarb Lizenzen für DMB und startete zusammen mit Debitel ein Handy-TV-Angebot kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft. [mehr]

Im Vereinigten Königreich bleiben ab Februar 2008 die Bildschirme dunkel. Zumindest für die paar tausend Kunden, die sich einige ihrer Lieblingssendungen auf dem Handy angesehen haben. Dem erst im vergangenen Oktober mit einer 2,5 Millionen Pfund schweren Kampagne und Silikonwunder Pamela Anderson als Werbefigur gestarteten Handy-TV von Virgin Mobile wird der Stecker rausgezogen. Der Technikpartner British Telecom, über dessen “Movio”-Plattform das Angebot mit fünf Fernsehsendern realisiert wurde, stellt Movio ein und macht Medienberichten zufolge die zuständige Abteilung gleich ganz zu. [mehr]